Ich wohne in einer Studentenstadt
Hallo Ihr! Ein frohes neues Jahr Euch Allen! Eigentlich wollte ich schon längst meinen ultimativen Überdiefeiertageindieprovinz-Reisebericht verfasst haben, aber egal, wird nachgeliefert! Um die Zeit zu überbrücken habe ich was viel Besseres! Nämlich den ultimativen Frustablass aus obengenannter Provinz. Eigenhändig verfasst von meiner Lieblingstante Marlies. Ich wollte es Euch nicht vorenthalten:
“Ich wohne in einer Studentenstadt, ich meine in einer richtigen Studentenstadt mit 40.000 Einwohnern und 10.000 Studenten. Da kann es einem schon mal passieren, dass man auf einem Freitag Mittag in der Suppenbar- bekannt für vielfältige, günstige und gute Biokost – die Zeit so versucht abzupassen, dass eventuell besagte Randgruppe noch schläft oder erst eine Stunde nach Mittag Uni Schluß hat.
Aber heute sah es gut aus, ein schöner 4er Tisch am Fenster war frei .Vollgepackt mit guten Leckereien sollte unser Mittag beginnen. Gegenüber am Tisch erschienen 3 junge Männer-offensichtlich Studenten. Es waren Studenten.
Denn welcher junge Mann muß sich mit Anfang 20 einen Bart wachsen lassen, der ihn absichtlich mindestens 10 Jahre älter aussehen läßt. Wahrscheinlich spricht es sich bei dieser Sorte Studentenmännern auch nicht rum, das Hosen heute nicht mehr bis zur Brust getragen werden. Es gibt in dieser Stadt mindestens 87 Frisöre und mindestens ¾ von denen , verschandeln ihre schönen Schaufensterflächen mit Slogans wie „ Hier sind Studenten willkommen-es gibt 30 % Rabatt“ oder „ An Regentagen für Studenten 80 % Rabatt„. Und angesichts solcher Jungs und Mädels muß man sich doch ernsthaft fragen: Lesen sie es wirklich nicht? Dabei schreien sie doch bei jedem 0,05 € Brötchen „ Gibt’s hier auch Studentenrabatt – ich kann ihnen auch meinen Uniausweis zeigen „. Okay, nach dem wir 5 Minuten unser Essen genießen konnten, fragte eine junge Studentendame-gesehenes Alter 35-tatsächliches 21- ob da eben noch ein Platz bei uns frei wäre.
Wirklich sie fragte nach EINEM Platz, wir haben es beide gehört. Und was dann geschah: plötzlich tauchte das halbe Semester auf und zwängte sich mit an unseren Tisch! Schade, das Studentenmädchen keinen Einlaß bei H&M bekommen oder anderen netten Geschäften .
Es begann die Zeit der tiefgründigen Gespräche z.B.: “In 2 Wochen sind die Prüfungen, ich kann noch gar nix.”, oder “Heute morgen in der Vorlesung habe ich wieder geschlafen.” Da war es an der Zeit vielleicht mal Worte wie Studiengebühren fallen zu lassen… Und als dann noch darüber diskutiert wurde : “…was hast du Silvester gemacht ? – ICH WAR ZU HAUSE…” – “ja wo ist denn dein zu Hause, hier oder da wo du wohnst oder oder ???” Ja woher sollen wir denn wissen wo euer zu Hause ist !!!!!
Achso und weil die Suppenbar wirklich gute Preise hat, verstanden wir schon gar nicht, das das mitgebrachte Wasser auf den Tisch gestellt wurde und die korpulente Studentendame mit der kleinen Suppe sich ihre mitgebrachten Kekse aus dem Rucksack holte und vor Ort vernaschte . Spätestens das war der Moment in dem die arbeitende Bevölkerung das Lokal verließ und einer der jungen Männer aber noch seine Kollegen fragt die aufstanden um uns Platz zu machen: “Wollt ihr schon gehen ?” Oje, werden das die Götter in Weiß von morgen?
Nein wir haben nichts gegen Studenten ………. aber wir müssen mit ihnen leben… ”
Claudi – Marlies Mittag am 6.1.2006
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