Es war ein sonniger Tag während unseres Stockholm-Urlaubs. Als ich das Skansen-Aquarium betrat und das Schild auf dem sinnhaft in etwa “Wir haben die niedlichsten Affen Schwedens” stand mit einem Lächeln hinter mir ließ, ahnte ich noch nicht das ich mich kurze Zeit später in äußerste Lebensgefahr begeben sollte.

Keine 10 Meter nach der Kasse befanden wir uns ohne Vorwarnung mitten im Lemurengehege.Lemuren

Die erste Kontaktaufnahme war noch etwas schüchtern aber wir einigten uns darauf, dass wenn ich auf meinem Weg bleibe sie mir nichts tun würden. Ich fragte mich wer hier eigentlich in wessen Gehege zu Besuch ist.

So richtig warm wurde ich mit den verschmitzt guckenden Äffchen jedenfalls nicht. Und dann passierte es: Bei einer etwas tollpatschigen Übergabe unserer Urlaubskamera flog diese erst unsanft auf den Boden, von da aus dann vier fünf Treppenstufen hinunter und dann mit einem “Affenzahn” (tolles Wortspiel) und in hohem Bogen hinter die Absperrung des Primatengeheges. Mein Gehirn war danach erst einmal mit zwei Dingen beschäftigt. 1) Möglichst dämlich in Griddys Richtung gucken. 2) Der Berrechnung ob die Kamera diesen Wahnsinnssturz physikalisch überhaupt überlebt haben könnte. Danach folgten folgende Schritte: Zunächst biß ich mir gedanklich in den Hintern weil ich mich 30 Sekunden zuvor noch über die heruntergefallenen Kameraakkus eines Mitbesuchers im Gehege lustig machte. Zitat Christian: “Hmm, das wäre witzig wenn die Lemuren die Dinger jetzt stibitzen würden…”. Dann folgten ein beherzter Sprung meinerseits hinter die Absperrung, zwei drei Schritte im unwegbaren Terrain der pflanzenfressenden “Streifenbiester” (Wikipedia sagt manchmal essen sie auch Fleisch) und ein beherzter Griff nach der reichlich ledierten Kamera die in irgendetwas Feuchtem zum Liegen kam. Im nachhinein stell ich mir einfach vor das es Regenwasser war.

Zum beiderseitigen Erstaunen überlebte ich diese Aktion und die Kamera auch. Sie hat zwar deutliche Spuren davongetragen aber bei jedem zukünftigen Foto werde ich mich an diesen sonnigen Tag im August 2008 erinnern, als ich mich ein bisschen wie Heinz Sielmann fühlte.

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